Kleiner Kulturkreis Lütjenburg
Nachlese 2018
24. März 2018 · 19.00 Uhr l Evangelisches Gemeindehaus
Achill Moser und sein Sohn Aaron in Lütjenburg! In Hamburg hatten wir seine „Live-Multivisionsshow und Lesung“ verpasst und deshalb freuten meine Frau und ich umso mehr, dass wir ihn hier im Gemeindehaus erleben können.
An einem für die Jahreszeit zu kalten Samstag im März hofften wir bei den angekündigten „Sehnsuchtsorten“ zumindest auf geträumte warme Temperaturen, sollte es doch in die Wüsten dieser Welt gehen.
Nachdem alle im gut gefüllten Raum von Ilse Allwardt begrüßt wurden, startete die Show mit einigen nur kurz gezeigten Bildern, die uns in zwei, drei Minuten gleich um die ganze Welt führten.
Dann stellten sich die beiden Referenten, die links und rechts neben der großen Leinwand ein kleines Stehpult hatten kurz vor und reisten mit uns zunächst nach Marrakesch. Zu den beeindruckenden Bildern erfuhren wir interessante Details zur Stadt und zum berühmten Markt. Weiter ging es entlang der Seidenstraße über die Mongolei nach China zu eindrucksvollen Heiligtümern des Buddhismus in Dunhuang. Dann in einem Schwenk um die halbe Welt nach Timbuktu in Mali, zu den Tuareg und dann weiter nach Kenia zu den Giraffen im Hell´s Gate Nationalpark. Nach diesen weit entfernten Zielen landeten wir wieder in Europa und dort in Florenz, das Achill zusammen mit seinem Sohn Aaron von München aus in 75 Tagen auf den Spuren von Heinrich Heine erwanderte. Überhaupt klappte die abwechselnde Kommentierung der beiden ausgesprochen gut, hat doch jeder seinen eigenen Stil. So erfuhren wir vom Sohn in leiser Ironie, wie der Vater so tickt: „Wir fahren nicht in Urlaub – wir reisen.“ Auch wenn sie unterwegs sind ergänzen sich beide gut und so arbeitet Aaron nicht nur als Fotograf, sondern wenn er nicht auf Reisen ist als Kameramann und Mediengestalter beim NDR in Hamburg. Natürlich hat er auch einen „Drohnenführerschein“ für besonders spektakuläre Perspektiven aus der Luft.
Nach Florenz gab es eine Pause in der neben Getränken das Buch zur Show: „Sehnsuchtsorte – Wo das Glück unserer Träume greifbar ist“ erworben werden konnte. Auf dem Klappentext: „Was ist eigentlich Sehnsucht? Sie ist eine unstillbare Empfindung, ist die Suche nach Glück, ist der Wunsch nach Veränderung, der unsichtbare Zug zu einem Punkt, der Heimat oder Ankunft verheißt. Ein Gefühlsriese, der uns ein Leben lang begleitet.“
Achills neuestes Werk heißt: „Zu Fuß hält auch die Seele Schritt – Gehen als Lebenskunst“
Frisch gestärkt und angeregt von interessanten Gesprächen konnten wir nach der Pause sehen, wie zum ersten Mal Lamas auf die Zugspitze kamen und dort für Staunen sorgten. Dann ging es wieder zurück in die Wüsten, zu fantastischen Sandformationen in der Wüste Gobi in der Mongolei und auf der Arabischen Halbinsel Oman in die Rub al-Khali, die als die größte Sandwüste der Erde gilt. Es folgten Sansibar, die magische Gewürzinsel im indischen Ozean wo im Hafen die farbenprächtigen Dhauen, aus Holz gebaute Lastenschiffe mit einem großen dreieckigen Segel, dicht nebeneinander liegen. Weiter ging es, diesmal auf den Spuren von Odysseus, ins Mittelmeer zur griechischen Insel Ithaka. Von den kleinen Fischerorten faszinierte besonders das malerische Dorf Kioni im Norden der Insel.
Zum Abschluss erlebten wir Island, das Aaron mit einem Freund bereiste. Es gab beeindruckende Fotos von Vulkanen, Geysiren, Gletschern (was für ein Blau!) und stürzenden Wassern. Ein nach Hamburg gemailtes Foto am Rande eines gewaltigen Wasserfalls gab Anlass zur Besorgnis bei den Eltern Moser, weiß doch Vater Achill um die Gefahren, die hier lauern, wenn man mit dem Kanu zu nahe in den Sog gerät.
Und dann überrascht uns Achill Moser mit der Erkenntnis, für die er so viele Jahre des Reisens brauchte, dass das ganz Nahe und Vertraute, der Heimathafen Hamburg, der wahre Sehnsuchtsort ist.
Text & Fotografien Jürgen Peters

14. April in Hohwacht I Jörg Schüttauf und Holger Umbreit

Hohwacht am Sonnabend den 14. April, nachmittags: es ist kühl und es regnet. Der Ort wirkt jetzt in der Vorsaison wie ausgestorben. Doch es gibt einen Lichtblick! Im Saal des Hotels Hohe Wacht findet eine szenische Lesung mit Jörg Schüttauf und Holger Umbreit statt. Die Künstler lesen aus dem Roman vom Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand.
Trotz vollbesetztem Saal ist das Publikum überschaubar und die Künstler gestehen hinterher, dass sie sich bei solchen Aufführungen besonders wohl fühlen, weil ein direkter Kontakt zu den Zuhörern entsteht. Dieses Wohlfühlen merkt man von Anfang an. Umbreit witzelt erst mal darüber, dass man ihn in der schriftlichen Ankündigung der Aufführung zum “Peter” gemacht habe und auch das kleine Handicap, dass anstelle der vorgesehenen, aber nicht einsatzfähigen Headsets zwei Mikrofone aufgestellt sind, wird wohlwollend akzeptiert.
Die Lesung, aufgelockert durch kleine gespielte Szenen, lässt die Geschichte des alten Ausreißers mit ihren komischen und skurrilen Pointen hautnah  erleben und die schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller zeichnen die Personen der bizarren Handlung lebensecht nach. Das Ergebnis sind Lachsalven im Publikum und als dann noch eine Halterung bricht und ein Mikrofon mit lautem Knall zu Boden fällt, steigert das die Begeisterung nur noch, als ob es eine weitere witzige Pointe in der Handlung gewesen wäre!
Die Aufführung wird mit lang anhaltendem herzlichen Beifall belohnt, von einem Publikum, das zwar deutlich jünger als der Hundertjährige, aber mehrheitlich schon etwas ergraut ist
Für alle Anwesenden, Künstler und Zuhörer war es ein gelungener fröhlicher Nachmittag, sogar der trübe Himmel war hinterher heller und der Regen hatte aufgehört!

Klaus Schürger, Hamburg

   

11. Mai 2018 I Schlosskapelle Panker

Das gut besuchte Konzert des Noah-Quartetts aus Hamburg in der Schlosskapelle zu Panker veranlasste die Zuhörer sich mit stehenden Ovationen am Ende des Konzerts bei den Künstlern zu bedanken.
Frau Constanze Eissler,selbst Musikerin und Malerin, schrieb zum Konzert folgenden Kommentar:
"Das Quartett-der konzentrierte Raum mit vier "Säulen"im umhüllenden Kirchenraum und wir-mitten hineingezogen in das Leben, das sich gerade erschafft. Wir werden mit unserem Drin-Sein Mitschöpfer dieses Konzertes, erfüllt von der Vollständigkeit.
Dieses Quartett ist e i n  Atem, ein I c h  B i n. Es gibt keine Macht, keinen Kampf. Jeder Musiker in seiner völligen Präsenz und Hingabe-hinein in Werke, in denen nichts unerfahren bleibt, meisterhaft und menschlich zugleich. Das höchste Können der Musiker ließ uns keinen Augenblick ins Äussere abgleiten. Wir waren umfangen und mitgerissen bis zum letzten Ton.
Auf dem Heimweg in Panker erlebten wir das Echo in den blühenden Kastanien, so vollständig in ihrem Sein. Dieses Konzert der Spitzenklasse war genau passend zu unserem Hochgefühl in der erwachten, präsenten Natur."

Galerie 2ter Blick - Marc Richter, Galerie - Kunsthandel, Lütjenburg
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